Donnerstag, 24. September 2009

„Leben und sterben wo ich hingehöre – Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem“

10. Bad Arolser Studientage der Altenpflege
„Leben und sterben wo ich hingehöre –
Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem“
Prof. Dr.med. Dr.phil. Klaus Dörner
Will you stell need me
Will you still feed me
When I´m sixty-four
Beatles, 1966
Wenn die Beatles diesen Song heute, also vierzig Jahre später, gesungen hätten, würden sie
wohl sicher eighty-four als Alter gewählt haben, also das heutige durchschnittliche
Heimaufnahmealter. Diese Erinnerung daran, wie rasant wir in den letzten Jahrzehnten
gesellschaftlich gealtert sind offenbart zugleich auch schon meine Absicht , denn die Beatles-
Frage ist aktuell geblieben: Wird es für mich, wenn ich alt bin, einen Anderen geben, der
mich einerseits braucht und der mich andererseits füttert? Dabei stelle ich die Alten, als das
nun mal größte Problem, zwar heraus, doch ist die Kernfrage nach „need“ und „feed“
verbindlich nur zu beantworten, wenn ich immer alle Hilfebedürftigen im Auge habe, ob ich
nun mit 10 Jahren im Wachkoma bin, mit 20 geistig behindert, mit 30 körperlich behindert,
mit 40 hirntraumatisiert, mit 50 chronisch krank, mit 60 chronisch körperkrank, mit 70
alterspflegebedürftig oder mit 80 dement.
Diese Situation möchte ich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren, besonders
mit den professionellen im Gesundheits- und Sozialsystem. Jedoch nicht so sehr – wie üblich
– aus der Perspektive der Profis, sondern mehr aus der Perspektive der Bürger, sowohl der
hilfebedürftigen als auch der helfenden Bürger, also weniger betriebswirtschaftlich, sondern
mehr volkswirtschaftlich – eben vom gesamtgesellschaftlichen Hilfebedarf her.

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